Regenerative Ästhetik
PRP-Therapie in Berlin: Eigenblut-Plasma für Haut und Haare
Wie thrombozytenreiches Eigenblutplasma gewonnen wird, was Studien bei Haarausfall und Haut zeigen und wo die Grenzen der PRP-Therapie liegen.

Was ist eine PRP- oder Eigenbluttherapie?
PRP steht für Platelet-Rich Plasma, auf Deutsch thrombozytenreiches Plasma. Dafür wird eine kleine Menge venöses Blut entnommen und in einer Zentrifuge in seine Bestandteile getrennt. Die verwendete Plasmafraktion enthält konzentrierte Blutplättchen. Es handelt sich um körpereigenes Material – nicht um Spenderplasma, einen Filler oder Stammzellen.
Thrombozyten setzen Botenstoffe frei, die an natürlichen Reparatur- und Wundheilungsprozessen beteiligt sind. Daraus entstand die Idee, PRP in der ästhetischen Medizin und Haartherapie einzusetzen. Der Begriff Vampire Lifting ist werblich, aber medizinisch ungenau: PRP ersetzt kein chirurgisches Lifting und baut nicht zuverlässig Volumen wie ein Hyaluronfiller auf.
Wie läuft eine PRP-Behandlung ab?
Vor einer PRP-Therapie in Berlin stehen Anamnese und ärztliche Untersuchung. Dabei werden Behandlungsziel, Vorerkrankungen, Medikamente, Blutungsneigung und mögliche Gegenanzeigen besprochen. Bei Haarausfall sollte zuerst dessen Ursache geklärt werden, denn androgenetischer, diffuser, entzündlicher und vernarbender Haarverlust benötigen unterschiedliche Strategien.
Nach der Blutentnahme wird das PRP mit einem geeigneten System unter hygienischen Bedingungen aufbereitet. Anschließend erfolgt die Anwendung mit feinen Injektionen in die ausgewählte Haut- oder Kopfhautregion. Leichte Rötung oder Schwellung ist unmittelbar danach möglich. Ein allgemein gültiges Protokoll für Menge, Abstände und Sitzungszahl existiert bislang nicht.


PRP bei Haarausfall und als Haartherapie
Am besten untersucht ist PRP bei androgenetischer Alopezie, also erblich bedingtem Haarausfall. Eine Meta-Analyse von 14 randomisierten Studien mit 431 Teilnehmenden fand im Durchschnitt eine höhere Haardichte nach PRP. Die Studien unterschieden sich jedoch stark in Aufbereitung, Dosierung und Behandlungsschema; außerdem wurden geringe Evidenzqualität und möglicher Publikationsbias festgestellt.
PRP kann deshalb für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine ergänzende Haartherapie sein, ein Erfolg ist aber nicht garantiert. Es erzeugt keine neuen Haarfollikel, kann zerstörte Follikel bei vernarbender Alopezie nicht wiederherstellen und ersetzt weder eine notwendige dermatologische Behandlung noch automatisch Minoxidil, andere Medikamente oder eine Haartransplantation.
Vergleichsfotos unter gleichen Bedingungen und realistische Beobachtungszeiträume über mehrere Monate sind aussagekräftiger als schnelle Versprechen. Plötzlicher, kreisrunder oder entzündlicher Haarausfall gehört vor einer PRP-Behandlung dermatologisch abgeklärt.
PRP für Gesicht und Haut
Im Gesicht wird PRP mit dem Ziel eingesetzt, Hautstruktur, Elastizität oder feine Linien zu beeinflussen. Eine Übersichtsarbeit von 2024 wertete 13 systematische Reviews aus. Einzelne Studien berichteten positive Veränderungen oder höhere Zufriedenheit, viele Untersuchungen waren jedoch klein, unkontrolliert oder kombinierten PRP mit Laser- und anderen Verfahren.
Die Autoren bewerteten die Evidenz überwiegend als niedrig bis sehr niedrig und hielten verlässliche Schlussfolgerungen zur Gesichtsverjüngung nicht für möglich. PRP sollte deshalb als optionaler, individuell zu prüfender Ansatz und nicht als wissenschaftlich gesichertes Lifting dargestellt werden.
Risiken und Gegenanzeigen
Da das Plasma aus dem eigenen Blut stammt, ist das Risiko einer Reaktion auf fremdes Spendermaterial gering. Risikofrei ist die Behandlung trotzdem nicht. Möglich sind Schmerzen, kleine Blutungen, Blutergüsse, Rötung, Schwellung, Druckempfindlichkeit oder vorübergehende Kopfschmerzen. Selten können Infektionen, stärkere Blutungen oder Gewebereizungen auftreten.
Nicht oder erst nach fachärztlicher Abklärung behandelt werden sollte bei aktiver Infektion, ausgeprägten Störungen der Blutplättchen, auffälligem Blutbild, schwerer Blutungsneigung oder instabilen hämatologischen Erkrankungen. Blutverdünner und Thrombozytenhemmer müssen angegeben, dürfen aber niemals selbstständig abgesetzt werden. Rein ästhetische Anwendungen werden während Schwangerschaft und Stillzeit wegen fehlender belastbarer Sicherheitsdaten üblicherweise verschoben.
PRP ist kein Plasma-Pen
Trotz des ähnlichen Namens sind es völlig verschiedene Verfahren. Bei PRP wird ein Bestandteil des eigenen Blutes aufbereitet und injiziert. Ein Plasma-Pen ist dagegen ein elektrisches Gerät, das an der Hautoberfläche Entladungen und eine gezielte thermische Verletzung erzeugt.
Behördenhinweise zu Plasma-Pens nennen unter anderem Verbrennungen, Infektionen, Narben, Pigmentveränderungen und Augenverletzungen als mögliche Risiken. Die Zulassung und vorgesehene Anwendung müssen beim konkreten Gerät geprüft werden. Risiken oder Wirkprinzip eines Plasma-Pens dürfen nicht auf die PRP-Eigenbluttherapie übertragen werden.
Häufige Fragen
Wie viele PRP-Sitzungen sind notwendig?
Dafür gibt es kein wissenschaftlich einheitliches Schema. Anzahl und Abstände hängen von Diagnose, Region, Aufbereitung und individueller Reaktion ab. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht versprechen.
Hilft PRP bei jeder Form von Haarausfall?
Nein. Die meisten Daten betreffen androgenetischen Haarausfall. Plötzlicher, kreisrunder, entzündlicher oder vernarbender Haarverlust muss zunächst dermatologisch abgeklärt werden.
Ist eine PRP-Therapie dasselbe wie ein Plasma-Pen?
Nein. PRP wird aus dem eigenen Blut gewonnen und injiziert. Ein Plasma-Pen arbeitet mit elektrischen Entladungen und Hitze an der Hautoberfläche. Wirkweise und Risiken sind nicht vergleichbar.
Quellen und weiterführende Informationen
- Meta-Analyse randomisierter PRP-Studien bei androgenetischer Alopezie (2024)
- Überblick systematischer Reviews zu PRP und Gesichtsverjüngung (2024)
- Randomisierte, placebokontrollierte PRP-Studie bei Haarausfall
- American Academy of Dermatology: Diagnose und Behandlung von Haarausfall
- Health Canada: Funktionsweise und Risiken von Plasma-Pens
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